Rundschreiben

Rundschreiben 238

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RUNDSCHREIBEN Nr. 238
Nürnberg, 18. Oktober 1930.
Betrifft:
Magnetstörungen bei Modell „Rekord“
In letzter Zeit werden öfters von unserer Kundschaft Schwungradmagnete ausgebaut und uns mit folgender Begründung zurückgesandt:
1. ein zu schnelles Abnützen der Unterbrecherkontakte, oder
2. ein Versagen der Zündspule bezw. des Kondensators, außerdem
3. falsche Zündungseinstellung und somit die Erzeugung eines zu schwachen Zündfunkens.
Die genaue Ueberprüfung ergab fast immer eine richtige Funktion des Schwungradmagnetes, vereinzelt waren lediglich die Unterbrecherkontakte zu reinigen und nachzustellen. Die Reklamationen sind zu vermeiden, wenn jeder Fahrer seine Betriebsanweisung beachtet und anhand unserer Ausführungen seiner Maschine die ohnehin geringe Pflege angedeihen läßt. Sie, als unser Vertreter, ersparen sich und uns Arbeit, wenn Sie jeden Einzelfall selbst genau untersuchen. Zumeist dürfte es dem Fahrer oder Ihnen möglich sein, den Fehler zu beseitigen.
Der von uns verwendete Schwungradmagnet ist so einfach, daß Betriebsstörungen fast nicht Vorkommen können, und wenn, dann handelt es sich ausschließlich um folgende Störungen:
A
In den meisten Fällen befindet sich nur ein Oeldunstniederschlag auf den Kontaktschrauben, er verhindert einen innigen Kontakt der beiden Kontaktflächen. Dieser Oeldunstniederschlag ist zu beseitigen:
Durch Reinigung der Kontakte mittels eines in Benzin getauchten Lappens, notfalls durch Blankreiben mit Schmirgelleinen (gemäß den Angaben unserer Betriebsanweisung).
Wenn wider Erwarten die Verölung der Unterbrecherkontakte wiederholt auftritt, so ist es zweckmäßig, einen Filzring auf der Kurbelwelle zwischen Kurbelgehäuse und Ankerplatte einzusetzen; es ist jedoch darauf zu achten, daß sich der Filzring nicht mit der Kurbelwelle dreht.
B
Abnützung des Fibre-Klötzchens am Unterbrecherhebel und somit Aenderung des Zündzeitpunktes; die beiden Kontaktschrauben gehen nicht weit genug auseinander. (Der Zwischenraum soll 0,4 mm betragen).
Abhilfe:
Unterbrecher-Kontaktschraube C (lt. Abb.) verstellen; zuerst Gegenmutter G lösen, dann Kontaktschraube C soweit hineinschrauben, daß bei einem Abstand A von 5 — 12 mm zwischen Ankerschuh 1 und Polschuh 1 der Unterbrecher anfängt sich zu öffnen.
Für leichtes Anspringen des Motors und störungsfreies Funktionieren des Schwungradmagnetes ist es von großer Wichtigkeit, daß sich die Unterbrecherkontakte B und C, bei jeder Umdrehung der Schwungscheibe in dem Augenblick von einander zu entfernen beginnen, wenn der Abstand bei A 5—12 mm beträgt.
c
Abnützung der Unterbrecher-Kontakte.
Abhilfe:
gemäß den Ausführungen unserer Betriebsanweisung.
Bevor der Schwungradmagnet nicht auf obige drei Störungsmöglichkeiten hin genau geprüft wurde – auch das Funktionieren der Zündkerze ist genau zu prüfen – darf auf Störungen in der Zündspule oder am Kondensator nicht geschlossen werden. Auf Grund der wiederholten genauen Kontrollen ist uns ein Versagen dieser beiden Teile bei unserer Kundschaft nicht bekannt geworden.
Wie Sie aus Vorstehendem ersehen, können diese kleinen Uebel durch den Fahrer selbst oder durch unsere Vertreter mit Leichtigkeit behoben werden. Wir bitten Sie, gerade dem Schwungradmagnet in Anbetracht seiner Neuheit in Ihrem Kundenkreis Ihr besonderes Augenmerk zuzuwenden, damit keine Mißstimmung beim Fahrer durch kostspielige und zeitraubende Prüfungen im Werk entstehen kann. Bei Vorkommnissen, die eine Untersuchung des Apparates unbedingt im Werk erfordern, wollen Sie den Schwungradmagnet komplett (also Ankerplatte mit Schwungscheibe) uns einsenden.
Sollten bei Ihnen in der Angelegenheit „Schwungradmagnet“ noch irgendwelche Unklarheiten bestehen, so bitten wir Sie, sich an uns zu wenden, wir werden Ihnen gerne weiteren Aufschluß geben.
Hochachtungsvoll
ZÜNDAPP G. m. b. H.

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