Rundschreiben

Rundschreiben 250

2,50

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n7. wo ZÜNDAPP G. M. B. H. NÜRNBERG 8 März 193,
Betreff:
Fingerzeige für den Zündapp-Reparateur.
Bei der
Reparatur von ZUndapp-MotorrSdern
bitten wir zu beachten:
1. Beim Einschleifen neuer Kolben
wird sieb der obere Kolbenring nicht mehr zu Ihrem Verdruß in den stufenartig erweiterten Kompressionsraum einspreizen können, wenn Sie überhaupt ohne Ringe einschleifen. Tun Sie das künftig! Sorgfältiges Einfahren mit 30—40 Stundenkilometern bewirkt die beste Anpassung neuer Ringe an die Zylinderwand.
2. Neue Nadeln im Pleuellager
haben keinen Sinn, wenn Kurbelwelle oder Pleuelstange nicht mehr so hart sind, daß die Feile an der Lauffläche glatt abgleitet. Bei richtiger Schmierung wird diese Anfangshärte immer bleiben. Wo aber das nötige Oel fehlt, wird Reibungswärme erzeugt, und schon 300 Grad Temperatur genügen, um die harte Oberfläche „aufzuweichen“. Ist aber von Kurbelwelle, Pleuelstange oder Nadeln auch nur eines weich (oder beschädigt), so ist das Lager auch bei bester Pflege vor der allmählichen Zerstörung nicht zu retten. Wo Sie also bei Reparaturen am Nadellager nicht sicher sind, senden Sie uns die Teile lieber zur fachmännischen Begutachtung ein!
3. Der Kolbenbolzen unserer Zweitakter ist konisch!
Das wissen leider immer noch nicht alle Zündapp-Verteter!
Mit dem bloßen Auge können Sie das dicke vom dünnen Ende freilich nicht unterscheiden (umso stärker die Sprengwirkung auf den Kolben, wenn der Bolzen verkehrt ausgetrieben wird). Dafür haben Sie aber ein anderes Unterscheidungsmerkmal: Schlitz am dicken Ende. Merken Sie sich also: Das geschlitzte Ende muß immer aus dem Kolben heraus» kommen. Also mit Hammer, Dorn — und dem nötigen Gefühl, bitte! — am un» geschlitzten Ende ansetzen.
4. Vor allem eine gute Bremse!
Bremsung beruht auf Reibung zwischen Bremsbelag und Bremstrommel. Je mehr Reibung desto mehr Bremsung. Folglich darf man den Bremsbelag nidit schmieren.
Das tut nun zwar niemand bewußt. Aber die meisten Fahrer drücken unsinnig viel Fett und Oel in die Naben, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wo der Ueberschuß wohl hingeht. Natürlich in das Bremsgehäuse, denn auch die beste Filzdichtung läßt einmal durch. Das also ist die ungewollte Schmierung der Bremsen. Gegen verschmierte Beläge hilft nun am besten Ausbrennen. Vorsichtig mit Lötlampe oder Brenner jede Spur von Fett ausmerzen. Der Belag — Asbest — ist ja feuerbeständig, außerdem genügt kurze Berührung mit der Flamme, um das Oel zu verbrennen. In leichten Fällen tut es auch ein gründliches Benzinbad und nachher heißes Trocknen. Totsicher aber nur: Ausbrennen. Trockene Beläge bremsen immer gut, auch wenn sie glatt sind. Nur sind nicht alle Beläge trocken, die es scheinen. Der Bremsdruck fördert auch den feinsten Hauch Fett zutage. Abgenutzte Beläge müssen ersetzt werden, wie jeder weiß. Aufrauhen ist gewöhnlich nur ein flüchtiger Notbehelf.
Bremsen Sie einen langen steilen Berg ohne Atempause herunter, so müssen Sie gewärtig sein, daß die Bremshitze Ihre Rückholfedern ausglüht. Andererseits dürfen Sie nicht gleich den Rückholfedern die Schuld geben, wenn die Bremsbacken nicht mehr zurückgehen. Oft gehen sie zu stramm in den Stehbolzen, um die sie sich drehen, —? besonders bei neuen Naben! — oder der Bremsnocken hat sich eingearbeitet und stellt sich beim Bremsen quer, wenn nicht gar die Gelenke im Gestänge so verschmutzt sind, daß sich nichts mehr drehen und bewegen kann.
5. Ihr Schwungradmagnet funktioniert immer,
wenn Sie die Vorschriften über die Zündeinstellung beachten. Sie stehen in der Betriebs« anweisung. Aber die schönste Einstellung ist unnütz, wenn Sie den Schwungradmagnet als Oelsdileuder benützen. Oel ist ein ausgesprochener Feind der Isolierung und Unter« brecherkontakte. Trotz der guten Filzringdichtung hinter der feststehenden Ankerplatte — diese Dichtung muß gelegentlich erneuert werden! 1— wird sich in der Befestigungsnabe der Ankerplatte mit der Zeit etwas Oeldunst niederschlagen. Verschaffen Sie diesem Rest freien Abzug, indem Sie Ihrem Kunden ans Herz legen, die Oelabzugslöcher im Boden der Nabe immer freizuhalten.
6. Fett im Tachometerkopf
ist genau so schädlich wie in den Bremsbelägen. Es rührt vom Uebereifer derjenigen her, die glauben, der Tachometerantrieb könne nicht genug Fett bekommen.
Um dem abzuhelfen, lassen wir in Zukunft den Preßschmiernippel überhaupt fort. Nun heißt es: Verschlußschraube abnehmen und Fett hineinschmieren. Das ist für den Fahrer unbequem, für die Lebensdauer des Tachometers aber förderlich.
7. Winke für die S 500.
Drehgriffe, die zu leicht gehen, können Sie strammer stellen, indem Sie die Befestigungsschraube der Abschlußkappe langsam anziehen. Die Klemmschrauben der Aluminiumträger für die Handhebel werden dabei gelockert. (Eine ausführliche illustrierte Anweisung über Wartung und Aufbau der kabelfreien Lenker können Sie in Kürze von uns erhalten). Füllen Sie ins Getriebe einen abgemessenen Viertelliter Oel der vorgeschriebenen Sorte, nicht mehr.
Beim Ergänzen dieser Füllung schrauben Sie auch die der Oeleinfüllöffnung halblinks nach oben am nächsten liegende Deckelschraube heraus. Dann kann Luft ins Gehäuse eintreten und Sie haben niemals mehr als den vorgeschriebenen Viertelliter im Getriebe.
8. Von original-englischen Renold-Ketten Vix3/«“
als Getriebeketten für unsere älteren Einheitsmodelle passend, haben wir noch einen größeren Posten auf Lager. Da Sie gelegentlich, und besonders jetzt bei Saisonbeginn, solche Ketten sicher noch zu erneuern haben, geben wir Ihnen die Möglichkeit, Ihren Bedarf günstig zu decken.
Wir wollen Ihnen die Ketten zum Preise von RM. 4.— pro Meter netto Kasse liefern und bitten Sie, uns aufzugeben, was wir Ihnen davon schicken sollen.
Hochachtungsvoll
ZÜNDAPP G. m. b. H.
1 Bekanntmachung (Diebstahl)
Folgende Diebstähle wurden uns in der Zwischenzeit gemeldet:
Von Herrn Hans Voigt, Wildberg (Kr. Ruppin/Mark)
Zündapp-Motorrad Z 200 Nr. 84817
Pol. Nr. IE 63535
Betreff:
Diebstahl
von
3
Zündapp
Motorrädern.
Von Herrn Richard Karr, Kaufm., Forchtenberg/Wttbg., Entengasse
Zündapp-Motorrad B 170 Nr. 120037
Pol. Nr. IIIT 2647
Von Herrn Werner Bödt, Berlin N 65, Reinickendorferstrasse 67/1
Zündapp-Motorrad Z 200 Nr. 82942
Pol. Nr. IÄ 25657
Sollten die Motorräder bei einer unserer Vertretungen auftauchen dann bitten wir um Sicherstellung und unverzügliche Nachricht an uns oder an vorgenannte Anschriften.
ZÜNDAPP
Oes. für den Bau von Spezialmaschinen m. b. H.
NÜRNBERG

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