Rundschreiben Nr. 232
ZÜNDAPP G. m. b. H. NÜRNBERG 23
Sehr wichtig! Richtige Schmierung!
Die dauernde Leistungssteigerung, die wir bei unseren Motoren im Laufe der letzten Jahre erzielt haben, erfordert es der richtigen Schmierung des Motors etwas mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden, als dies im allgemeinen geschieht. Eine ganze Reihe von Fahrern ist der Meinung, „gut geschmiert ist gut gefahren“ und gibt deshalb lieber etwas mehr Oel, als vorgeschrieben wird, damit ja nichts passiert.
Nach diesem Grundsatz wurden auch Lokomotiven, Dieselmotoren und alle anderen Kraftmaschinen von den vorsichtigen Maschinisten behandelt. Mit welchem Erfolg? Ueberall gab es Störungen. Dicke Klumpen von verharzten und verschmutzten Oelrückständen mußten entfernt werden, die oftmals schon ganz schöne Zerstörungsarbeit geleistet hatten. Bei Kraftradmotoren führt übermäßige Oelung zu starkem Oelkohleansatz auf dem Kolbenboden und im Explosionsraum — die Kolbenringe setzen sich in der Nut fest — die Auspuffkanäle, -rohre und -töpfe setzen sich ganz oder teilweise zu — Zündkerzen und Schwungradmagneten verölen usw. All diese Störungen werden zu einer dauernden Quelle des Aergers. Zunächst wird selbst gebastelt, dann der Vertreter belästigt und wir erhalten nach Stimmung mehr oder weniger liebenswürdige Briefe. Viel Zeit und viel Geld wird auf diese Weise verschwendet, vollkommen unnütz, denn der Fahrer braucht ja nur richtig zu schmieren. Zuviel Oel ist ebenso schädlich wie zu wenig!
Schärfen Sie bitte Ihren Zündapp-Kunden ein, zur Schmierung des Motors nur Gargoyle Mobiloel BB zu verwenden und zwar für unsere Modelle, die mit Gemisch gefahren werden, nämlich
„Rekord“, „Z 200“ und „S 200“
bis 1500 km auf 4 [ Kraftstoff 1U C Oel
bis 4000 km „ 5 C über 4000 km „ 7 E
V* t „
1 * c „
(Mischungsverh. 1:16)
( „ „ 1:20)
( „ „ 1:28).
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Bei unseren Modellen
„Z 300“ und „S 300“
bei denen Oel und Benzin getrennt ist, ist die Oelpumpe soweit zu öffnen, daß bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km in der Ebene dem Auspuff nur ein kaum wahrnehmbarer bläulicher Dunst entweicht. Bei größeren Geschwindigkeiten und in stark bergigem Gelände ist etwas mehr Oel zu geben. Nie aber darf dem Auspuff ein deutlich sichtbarer Rauch, geschweige denn gar ein weißer Qualm entströmen, denn gerade dieser Qualm ist ein Beweis für nicht verbranntes Oel. Sobald der Fahrer mit der Geschwindigkeit zurückgeht, muß er auch sofort die Oelung entsprechend einregulieren. Als Oel kommt in Frage bei 1 emperaturen
über 0° C Gargoyle Mobiloel BB
unter 0® C Gargoyle Mobiloel A
unter 18° C Gargoyle Mobiloel Arctic.
Neue Maschinen oder auf neu überholte Motoren brauchen etwas mehr Oel. Für die ersten 1500 km soll der Fahrer die Oelzufuhr genau wie vorstehend regulieren, aber sicherheitshalber auch noch dem Benzin eine Kleinigkeit Mobiloel BB beimischen und zwar pro Liter Benzin einen guten Eßlöffel voll. Wer es ganz genau machen will, der mische je 5 /’Benzin 60—65 ccm Gargoyle Mobiloel BB bei.
Bei strenger Befolgung obiger Vorschriften verkleinern sich nicht nur die Betriebsstoffkosten, sondern es gibt weder gefressene Kolben, noch zugeklebte Kolbenringe, keine Strafmandate wegen übermäßiger Rauchentwicklung, sondern zufriedenstellende Motorenleistungen und zufriedene Kunden.
Hochachtungsvoll
ZÜNDAPP G. m. b. H.