Technik

TE_1930_0001_Z200_V200

2,50

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ZÜNDAPP V200
entspricht unserem Modell Z 200 und unterscheidet sich von diesem nur durch den Magnetapparat. Das Modell V 200 ist mit einem Schwungradmagnet eigener Fabrikation ausgerüstet.
1. Der Schwungrad-Magnet:
Bild 1 Ankerplatte a — Ankerplatfe b Anker c = Zündspule d — Unferbrechergehäuse e Unterbrecherhebel
Schwungscheibe a ” Schwungscheibe b = Bogenmagnete c ‘ Polschuhe d Unterbrechernocken
Unser Schwungradmagnet arbeitet absolut zuverlässig, ist enkbar einfach gebaut, wasserdicht verkleidet und bedarf -Keiner besonderen Wartung. Seine Hauptbestandteile sind:
1. Die Ankerplatte a (Bild 1) mit Anker b, Zündspule c, Unterbrechergehäuse d mit Unterbrecherhebel e und eingebautem Kondensator (auf der Abbildung nicht sichtbar, da innerhalb des Unterbrechergehäuses angeordnet).
2. Die Schwungscheibe a (Bild 2) mit 2 Bogenmagneten b, 2 lamellierten Polschuhen c und Unterbrechernocken d.
2. Der Unterbrecher
schliefet und unterbricht automatisch den Stromkreis
Bild 3 Unterbrecher bei geschlossenem Stromkreis a und b ~ Unterbrecher-Kontakte c = Konfaktschraube d = Gegenmutter
Bild 4 Unterbrecher bei unterbrochenem Stromkreis e ~ Unterbrecherhebel f Sicherungsfeder g Unterbrecherfeder
In dem Augenblick, in dem beide Kontaktschrauben beginnen sich voneinander zu entfernen, wo also der Unterbrecher abreifet (wie der Fachausdruck lautet), springt an der Zündkerze der Funke über u. bringt das Gasgemisch im Zylinder zur Explosion. 1st der Unterbrecher verschmutzt oder sind die beiden Kontaktschrauben zu stark abgenützt, so erfolgt keine Berührung der Kontaktstellen und damit auch keine Zündung, (der Motor setzt aus oder springt nicht an), oder die Zündung erfolgt nur unregelmafeig. (Der Motor rupft).
Abhilfe bei Verschmutzung:
Reinigung des Unterbrechers durch einen Pinsel oder eine Fed? zwischen den Speichen der Schwungscheibe hindurch. Solltt diese Reinigungsart nicht möglich sein, dann ist die Schwungscheibe abzunehmen (siehe unten), dann Sicherungsfeder f (Bild 3) nach rechts drehen und Unterbrecherhebel herausziehen, Reinigung der beiden Unterbrecher-Kontakte mit einem in Benzin getauchten Lappen, notfalls durch Blankreiben mit Schmirgelleinen. Zweckmäfeig wird der Lagerschenkel des Unterbrecherhebels gleich mit Oel (Mobiloel BB) eingefettet; dann
wird der Unierbrecherhebel wieder aufgesieckt und mit der Feder f gesichert.
Abhilfe bei abgenützten Koniaktschrauben.
Nachstellen der Kontakte. Magnetschutzhaube nach Aufheben der beiden Metallstreifen abheben. Zwischen den Speichen der Schwungscheibe (Bild 5) ist der Unterbrecher sichtbar. Die Kontaktschrauben können dann zwischen den Speichen erreicht ‘erden. Durch Drehen der Schwungscheibe im Uhrzeigersinn vnach rechts) ist die Entfernung der beiden Kontakte von einander zu prüfen. Sie darf nicht mehr als 0,4 mm betragen (der Metallstreifen am Magnefschlüssel ist genau 0,4 mm stark). Bei zu grobem Abstand löse man 1t. Bild 3 die Gegenmutter d und verstelle die Kontaktschraube c durch Linksdrehen, bis die richtige Entfernung (mit dem Metallstreifen zu messen) eingestellt ist. Die Gegenmutter ist dann wieder anzuziehen und die Schutzhaube aufzusetzen.
Abziehen der Schwungscheibe.
Bild 5 Schwungradmagnet mit Sicherungsscheibe, a Befestigungsschrauben für die Sicherungsscheibe b “ Sicherungsscheibe
Bild 6 Schwungradmagnet ohne Sicherungsscheibe a Schwungscheiben-Befesti- gungs- bezw. Abzugsmuiter
Nach Abnahme der Magnet-Schutzhaube werden die beiden Befestigungsschrauben a (Bild 5) entfernt und die Sicherungsscheibe b abgehoben. Dann ist die Mutter a (Bild 6), mit der der Schwungradmagnet auf der Kurbelwelle des Motors befestigt ist, zu lösen. Dem Werkzeug ist hiefür ein besonderer Schlüssel beigefügt. Diese Mutter hat Linksgewinde und kann nur durch einige Schläge auf den Schraubenschlüssel gelöst werden. Beim Abziehen der Schwungscheibe ist darauf zu achten, dab der auf der Kurbelwelle sitzende Keil nicht ve loren geht. Vor dem Wiederaufsetzen der Schwungscheibe mua die Kurbelwelle und die Bohrung der Schwungscheibe sauber gereinigt werden. Dann ist der vorerwähnte Keil in die Kurbelwelle einzusetzen. Die Schwungscheibe wird auf die Welle geschoben und zwar so, dab der Keil auf der Welle in die auf Bild 2 am Unterbrechernocken 3 sichtbare Ausfräsung zu liegen kommt. Um beim Aufschieben der Schwungscheibe den Unterbrecherhebel, der gegen den Unterbrechernocken stöbt, nicht zu verbiegen, mub der Hebel etwas angehoben werden.
Das Festziehen der Schwungscheibe mub wieder mit einigen Schlägen auf den Schraubenschlüssel erfolgen, damit die Schwungscheibe wirklich fest sitzt und der Keil nicht durch Lockerung der Schwungscheibe abgescheert werden kann.
Nachstellen oder Einstellen der Zündung.
Ist die Zündung so eingestellt, dab der Funke an der Zündkerze überspringt und das Gasgemisch entzündet kurz (ca. 5 mm) bevor der Kolben seine höchste Stellung im Zylinder (oberer Totpunkt) erreicht hat, so spricht man von Frühzündung oder Vorzündung. Springt aber der Funke im gleichen Augenbli< über, in dem der Kolben seinen oberen Totpunkt erreicht, so bezeichnet man dies als Spätzündung. Jede Maschine, die unser Werk verläbt, ist auf ca. 5,5 mm Frühzündung eingestellt, weil damit die besten Durchschnittsleistungen erzielf werden. Bild 7 Schwungradmagnet Rückseite a = Befestigungsschraube b = Befestigungsschraube c = Ausfräsung d Stromabnehmer mit Gummidichtung Bild 8 Schwungradmagnet am Motor a Anschlagsiift am Kurbelgehäuse des Motors b Ausfräsung an der Magnet- Ankerplatte Um die Zündung nach- oder neu einzustellen, ist die Schutzhaube abzunehmen. Die Schwungscheibe braucht nicht abgezogen zu werden. Dann löse man laut Bild 7 die beiden Schrauben a und b und drehe die Ankerplatte — von der Vorderseite gesehen - entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn, also nach links, bis die Ausfräsung der Ankerplatte an dem am Kurbelgehäuse angebrachten Stift anschlägt (vergi. Bild 8). Dann hat der Motor vollste Frühzündung. 1st Spätzündung einzustellen, so verdrehe man die Ankerplatte ( dab sich der Anschlagstift genau in der Mitte der Ausfräsung nefindet. Wir raten dringend davon ab, mit der Zündung zurückzugehen, da sonst der Motor sehr rasch heiß läuft. Sobald die Zündung wunschgemäß eingestellt ist, ziehe man die beiden Schrauben a und b (Bild 7) wieder fest, überzeuge sich der Sicherheit halber nochmals, ob die Ankerplatte dabei nicht verrutscht ist und setze die Schutzhaube wieder auf. Die Zündung kann sich nur verstellt haben, wenn entweder die beiden Ankerplatten-Befestigungsschrauben sich gelockert haben oder wenn sich die Schwungscheibe wegen schlechten Sitzes auf der Kurbelwelle gedreht hat. Die Kontrolle des richtigen Zündzeitpunktes ist einfach: t. Zündkerze aus dem Zylinderkopf herausschrauben, 2. Schutzhaube des Schwungradmagneten abnehmen, 3. langen Bleistift oder Schraubenzieher durch die Zündkerzenöffnung in den Zylinder einführen, 4 durch Drehen der Schwungscheibe im Uhrzeigersinn, als- nach rechts, Kolben auf den oberen Totpunkt stellen, 5. gleichzeitig den Unterbrecher beobachten: kurz (ca. 5 mm) bevor der Kolben, im Uhrzeigersinn gedreht, seine höchste Stellung im Zylinder erreicht hat, mub der Unterbrecher abreiben. Störungen und Abhilfe. Man prüfe zunächst Zündkerze und Zündkabel, wie auf Seite 14/16 der Betriebsanweisung angegeben. Unterbrecher nachsehen, wie vorstehend beschrieben. Dann prüfe man den richtigen Zündzeitpunkt, wie oben angegeben. Ferner ist es möglich, dab der Stromabnehmer d (Bild 7), der sich hinter der Zündspule c (Bild 1) befindet, verschmutzt oder dab bei Regenwetter das Wasser am Zündkabel entlang heruntergelaufen und über die Gummidichtung d (Bild 7) in den Magnet eingedrungen ist. Dadurch kann eine leitende Verbindung zwischen Stromabnehmer und Ankerplatte hergestellt worden sein, sodab der Zündstrom zur Ankerplatte übergeht und garnicht an die Zündkerze geleitet wird. Abhilfe: Der Stromabnehmer mub gereinigt, Zündkabel und Gummidichtung abgetrocknet werden. (Gummidichtung am Kabel hochschieben, Stromabnehmer aus der Ankerplat( schrauben. Kontaktstift mit Benzin reinigen). Funktioniert die Zündung dann noch nicht, so ist der Stromabnehmer durchgeschlagen und die Funken springen direkt zur Ankerplatte über. Hier hilft nur Erneuerung des Stromabnehmers. Macht sich beim Laufen des Schwungradmagneten ein pfeifendes Geräusch bemerkbar, so ist die Laufbahn des Unterbrechernockens d (Bild 2) zu trocken und mub mit einem öligen Lappen leicht eingefettet werden.

Additional information

Type

Technical update

Year

1930

Model

V200, Z200