Rundschreiben

Rundschreiben 262

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Rundschreiben Ir. 262
ZUIDAPP c m. k H N?RNBERG 12. August 1931
Amtlich
wird gemeldet :
Die Reichsbank hat sich bereit erkl?rt, den zur Finanzierung der Erntebewegung n?tigen Rediskont-Kredit f?r die M?hlen und Getreideh?ndler zur Verf?gung zu stellen. Dieses Eingreifen der Reichsbank er?ffnet den Weg f?r eine geordnete Abwicklung des Getreide- und Mehlverkehrs.
Mocil jedes Jahr hai dos Ernlegesch?ii
den Molorrad-Marki belebt!
Seine Einwirkungen auf die Indusiriekreise waren stets unverkennbar. Seine diesj?hrige Sicherstellung durch die Reichsbank bedeutet f?r den Molorradhandel eine gro?e Chance, die Sie n?ften m?ssen.
Sie m?ssen aber dem Kunden eine Kapitalanlage bieten, die ihm Vorteile bringt. Z?ndapp* Motorr?der sind eine sehr vorteilhafte Kapitalanlage, denn sie behalten ihren Wert. Zehntausende mehrere Jahre gefahrene Z?ndapp*Motorr?der beleben noch heute die Land* Stra?en und bilden so den schlagendsten Beweis f?r die G?te unseres Materials und f?r die Zuverl?ssigkeit unserer Konstruktionen.
Niemand kann es sich heute leisten ?billig” zu kaufen, um nach kurzer Zell vorzeitige Ab* n?ftung und umfangreiche Reparafuren feuer zu bezahlen. Gute Ware beh?lt ihren Preis. Darum m?ssen Sie heute mehr denn je dem Kunden unsere Marke empfehlen :
Z?ndapp, die Marke h?chster Qualit?t,
die Ihren Wert beh?lt !
Anliegend ?bermitteln wir ihnen einen Abdruck aus der bekannten Zeitschrift ? Das Motorrad”: Z?ndapp S 300 auf der Stra?e.
Wir empfehlen uns Ihnen
hochachtungsvoll
Z?NDAPP O. m. b. H.
N?RNBERG.
1 Anlage
BEKANNTMACHUNG
Anlage zu unserem Rundschreiben
Betreff : Diebstahl von
8
Z?ndapp-Motarr?dern
Nr. 262 v. 12. 8. 31
Folgende Diebst?hle wurden uns in der Zwischenzeit gemeldet :
Von Hugo Knecht, Motorfahrzeuge, Leutkirch / Allg?u Z?ndapp-Motarrad Rekord ir. 87 949,
Von Carl R?ssner, Motorfahrzeuge, Schwabach
Z?ndapp-Motarrad S 500 ir. 95 858,
Von Alfred Blank, Berl?n-L?chterfelde, Beriinerstra?e 105
Z?ndapp-Motarrad Z 500 ir. 55475, Pol.-Nr, I A 18462
Von G. B?hr, Berlin-Charlottenburg 2
Z?ndapp-Motarrad Z 200 ir. 85144 Pol.-Nr. I P 4889,
Von Fritz Wildeshaus, K?ln-H?henberg, Frankfurterstra?e 591
Z?ndapp-Motarrad E. M. ir. 41251, Pol.-Nr, IZ 53188,
Von Leonhard Jansen, Alsdorf (Kr. Aachen)
Z?ndapp-Motarrad Z 500 ir. 46857, Pol.-Nr, I Z 6602
Von Julius Wiegand, Dortmund-Brackel, Hellweg 83 Z?ndapp-Motarrad Z 500 ir. 48965,
Von Christoph Carl, Niedervellmar/Kasset-Land, Kasselerstra?e 55
Z?ndapp-Motarrad Z 500 ir. 533SI, Pol.-Nr. I T 36811.
Sollten diese Motorr?der bei einer unserer Vertretungen auftauchen, dann bitten wir um Sicherstellung und unverz?gliche Nachricht an uns oder an vorgenannte Anschriften.
Z?NDAPPG. m. b. H.
^?ndapp 9 300 auf der Stras
Eine einfache, handliche und unverw?stliche Gebrauchsmaschine. ? Gro?e Zuverl?ssigkeit. ? Gute Fahreigenschaften.
Mit der S 300 an der Ostsee.
Technische Einzelheiten der untersuchten Maschine.
Fabrikat: Z?ndapp. Motor: Bohrung- 68 mm, Hub 82,5 mm, Hubvolumen 297 ccm, maximale Drehzahl 2800 per Minute, Dauer-Bremsleistung 9 PS. Uebersetzung: vom Motor zum Getriebe 1 : 2.1. Getriebe: drei G?nge: dritter Gang 1 : 1, zweiter Gang 1 : 1.6, erster Gang 1 : 3. Uebersetzung: vom Getriebe zum Hinterrad 1 : 2.5. Radstand: 1330 mm. Bereitung 26 X 3.5. Gewicht: betriebsfertig 137 Kilo.
Preis: mit Z?ndlicht-Anlage, Scheinwerfer, Schlu?lampe, elektr. Horn, komplettem Werkzeug R-M. 940.?.
?Es tut mir wirklich sehr leid’4, sagte -der Leiter der Berliner Z?ndapp-Fiiiale ziu mir, ?aber ich kann Ihnen h?chstens die alte M?hle geben, mit der ?Julias? immer spazieren f?hrt, weiter habe ich gar nichts da. Die gebrauchten Maschinen sind immer gleich weg!?
Nun, -ich sagte nicht nein, die Maschine, mit der Julius immer spazieren ?fuhr, war n?mlich das Rad, auf dem von Krohn 1930 Paris?Nizza, die Tour de ?France und das M?rkische Dreieck erfolgreich mitgefahren hatte. ?? Das war das Gegebene f?r mich, eine Maschine, die richtig strapaziert worden war (ich machte eine kleine Verbeugung vor soviel Ruhm!), an der sich also zeigen mu?te, wenn irgend etwas nicht stabil genug gewesen war. 112000 km war die S 300 bereits gelaufen, als ich sie bekam, ?112000 km in schwersten Zuverl?ssigkeitsf?hrten, bei denen immer alles von dem Motor verlangt wurde, 12 000 km aillersch?rfster Beanspruchung in internationalen Veranstaltungen, allerdings unter einem iF?brer, der den sechsten oder Motorsinn in aus- pr?gtestem Ma?e besitzt, der vom Motor immer nur 99,9 % ~,-on -dem, was er leisten kann, verlangt, und nicht 105 % ! Und dieser Motor, der seit mehreren tausend Kilometern -nicht auseinandergenommen oder ?berholt worden war (dies f?r die ewig Bauenden, -die den Motor nicht in Ruhe lassen k?nnen), war l?Oprozentig gesund, kerngesund, wie -man sich einen Motor nur w?nschen kann! (Dies f?r die a?zuvieie-n, die eigene Fehler nicht sehen wollen uind die Fabrik f?r eigenes Verschulden haftbar machen m?chten!)
Es gibt Maschinen, die einem vom ersten Augenblick an sympathisch sind. Es sind nicht so sehr viele, wenn man durch lange Praxis verw?hnt ist. Die S 300 geh?rte zu den wenigem. Ich ?bernahm sie eigentlich so ein klein bi?chen als L?ckenb??er, aber auis diesem ?ifaute de mieux? entwickelte sich eine ehrliche Freundschaft, -die halten wird, wie unter solchen v?rqueren Umst?nden geschlossene Freundschaften ja meist besonders haltbar sind.
Es ist -f?r einen Freund schneller Viertaktmaschinen nicht ganz einfach, einem ?Zweitakter ganz gerecht zu werden. Wenigstens nicht im ersten Moment. Den gr??ten Vorteil des ?Zweitakters, die schnelle gleichm??ige Folge -der- einzelnen Kraftimputee, empfindet der an die vom ein ander deutlich zu unterscheidendem Kraftimpulse des Viertakters Gew?hnte als einem Mangel am Kraft, gewisserma?en als weichlich. Man mu? daher einen ?Zweitakter l?ngere Zeit hintereinander fahren,
will man seme Vorz?ge voll erfassen. Durch besonderes Entgegenkommen von Z?ndapp konnte ich die gepr?fte- Maschine ?ber vier Monate lang fahren und -dabei einige Versuche machen. ?ber vier Monate lang, nur mit kurzen Unterbrechungen, wenn andere Maschinen dazwischen zu pr?fen waren, hat mich die S-3O0 jeden Tag zur Redaktion getragen und auf langem Strecken auf die- Landstra?e. Und in dieser ganzen Zeit habe ich keine ?seltene Panne? gehabt, ?berhaupt keine Betriebsst?rung -irgendwelcher Art, au?er einer defekten Z?ndkerze, -die -mir ein- ganz -Kluger frisiert hatte, mit dem Erfolg, da? dis gute Glimmeriso?ation hin?ber war. Schenkt euren guten Freunden ein Kino-Billett oder lenkt ihren Tatendrang sonst irgendwie in -ungef?hrlichere Bahnen, aber haltet sie von euren Maschinen fern, ihr erspart euch viel Arger und erhaltet euch eure Freunde!
Wer Julius von Krohn zum erstenmal1 sieht, kann sich kaum vo-rstellein, -da? hinter dieser Fassa-de vom betont -blasierter weltm?nnischer Eleganz -dieser eisen-harte Wille z-u-m Sieg wohnt. Ein Wille, der die Fahrt Marrakes-ch ? Jokkmok, die -dreifachen Erfolge in der Tour de France, -Paris ? Nizza und in ungez?hlten Zuverl?ssigkeitsfahrten ?berhaupt nur erm?glichte! Aber fast noch mehr als -der Fahr-er t?uscht -das ?u?ere -der Maschine! leih- habe n-ie g-eiwu?t, -da? so viel in der kleinem 30O(er dri-nsteckt!
Es ist inicht ?berragende -H?chstgeschwindigkeit, die es von Krohn erm?glichte, -die gro?en Langstreckenfahrten zu gewinnen. Im Gegenteil ist die Maxlmal-Leistung mit 82 k-m/Std., -die ich abstoppte, eher als gering zu -bezeichnen,
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Bis an die Achsen im Eis eingebrochen.
Nach der Landung: im Graben zuerst einmal eine Atikah!
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in einer Zeit, da kopfgesteuerte Steuerfreie teilweise 100 km/St-d. laufen. Aber die 82 km/Std. gen?gten doch, um mit der Mehrzahl der lOOnkm/Std.-Fahrer Schritt zu halten! Und wenn ‘der Fahrer auf der Z?indapp sein Gesch?ft versteht, dann mu? der Steuermann der schnellen SOOer oder was es sonst ist, auch eine ganze Portion vom Fahren verstehen, oder er wird elendiglich abigeh?ngt! Einmal auf der Chaussee drau?en stellt man sich bei der S 300 Gas und Luft ein (Z?ndung bleibt immer auf fr?h stehen), und dann k?mmert man sich nicht mehr darum. Man hat lediglich darauf zu achten, da? das Gemisch immer so gleichm??ig bleibt und ‘da? es niemals zu mager wird!
Ich ersehe manchmal aus Fragen, die an mich gestellt werden, da? es f?r den Anf?nger Schwierigkeiten gibt, da? ihm manches ein Problem ist, was man .als ?lterer Fahrer als absolute Selbstverst?ndlichkeit voraussetzt. Ich habe mir aus diesem Grunde einen Laien-Pr?fer z?gelest.
Ein Laieinpri?fer ist nicht, wie man ‘ViieliLeicht vermuten k?nnte, ein Apparat zum Pr?fen des Vengaserfwnkens, sondern ein Mensch, der zwar im Besitze eines rechtm??ig erworbenen’ F?hrerscheins ds-t, der aber im ?brigen nur ?ber die elementarsten Kenntnisse theoretischer wie praktischer Art verf?gt. Mein Laien-Pr?fer ist ein Juwel, jedem Tag lerne ich Neues von ihm, und bei der Z?ndapp-tPr?fung erwies er sich ?berhaupt als unbezahlbar.
Ich sagte oben, da? man nur Gas und Luft einzustellen braucht und die Maschine ?dreschen? kann ohne ‘Sorge. Stundenlang kann maul der S300 fast die volle Leistung abverlangen,, ohne da?’ sie auch nur einen Moment nachl??t. Aber die Voraussetzung ist in diesem Falle eben, da? dais Gegengemisch richtig ist.
Mein Laienpr?fer, der in der Stadt nicht recht ln Zweitakt kommen konnte, tat auf der Landstra?e wieder des Guten zuviel und (gab der Maschine so viel Luft, da? sie dauernd hei? wurde. Er glaubte dieses Hei?werden durch ?berreichliches ?lgeben wieder gutmachen zu k?nnen, wie ja viele Fahrer (siehe auch ??ffentliche Meinung? Heft 11 Nr. 745) noch diesem Irrglauben anh?ngen.
Da? dieses ?berma? an ?l nur zu guten Dividenden der ?lfirmen, sonst aber zur Verkokung deg- Zylinders f?hrt, kann nicht oft genug wie- ? derholt werden. Auf seinen Fehler aufmerksam gemacht . verfiel mein Laiein-Freund in das gegenteilige Extrem, so da?
Berg aut, Berg ab, durch tiefen Sand im Gel?nde.
die arme S 300 f?r die n?chsten 100 km nur an st?rksten Steigungen ?berhaupt in Zweitakt verfiel! Und trotz dieser ungeschickten Regulierung betrug der Verbrauch nur etwas ?ber 4,5 Liter. l(IMein normaler Verbrauch betrug knapp 4 Liter Brennstoff, 0,26 Liter ?l je 100 km.) Ung?nstiger als der ‘Brennstoffverbrauch wurde das Kerzen- budget beeinflu?t, drei ganz neue 175er von Bosch, die bei mir auch st?rkste Beanspruchung ausigehalten hatten, starben teils an ?d, teils an Ru? durch ?berfettung.
Stra?enlage? Gefiel mir recht gut. Man kann der S 300 eigentlich erst auf schwierigem Gel?nde gerecht werden. ?Im Wald und auf der Heide?, wenn ?Weg und Steg aufh?ren, wenn man jedes Gramm Totgewicht der Maschine als pers?nliche Beleidigung empfindet, da gebt mir die Z?ndapp! Der Motor zieht alles billigerweise zu Verlangende ‘durch, und wenn man kopf?ber dem Steilhanig herunterkugelt ? um den Rahmen braucht man keine Sorge zu haben! F?nfmal reicht, glaube ich, nicht, da? ich in diesem ?Winter unseres Mi?vergn?gens? mit der ?S 300 auf Glatteis und verharschtem Schnee hin-, geschmiert bin. Bei einer etwas leichtsinnigen Erprobung d Eisst?rke der Havel bin ich, nachdem das Eis ?ber x-Meter'” tiefem Wasser gehalten hat, auf dem R?ckweg am Ufer eingebrochen. ‘(Ein Tritt, und sie lief wieder, gro?e ‘Wasserstrahlen aus dem Auspuff feuernd!) Und der Laiempr?fer hat sie zum Schlu? noch in einen gl?cklicherweise schneegeff?lllten Graben gesetzt. ?Besch?digungen nach alten diesen F?hrnissen: Eine Fu?raste mu?te ersetzt werden. Und der Lack, der alles dieses mitgemacht hatte, wochenlang Regem und Schneematsch, bei nur zweimaliger Reinigung, dieser Lack, der noch die iRontrollfarbflecke der internationalen Farben trug, war nach Politur mit etwas Mirrdlike de Luxe nahezu wieder fabrikneu, hatte nicht gelitten.
Kritik? Was soll schon an einer Maschine zu kritisieren sein, mit der Tausende zufrieden sind! Vieles ist Auffassungs- sache. Ist es schlimm, da? man erstens die Schwuingscheibe abziehein mu? (Abziehen kostet Mk. 6,50), will man den Zylinder abnehmen? Wie oft tut man?s im Jahr? F?r ein paar geschickte Finger dauert die Arbeit 40 Minuten inklusive Ausbau des Motors aus dem Rahmen. ?Zweitens, da? die Fu?bremse eine Hackenbremse und nicht ?berm??ig bequem ist? Sie ist daf?r billig und funktioniert immer. Drittens, da? keime gesonderte ?lung f?r die Kette vorgesehen ist? Ein paar
Tropfen durch das Loch r Kettenblech gegeben, gen?gt, f?r mehrere hundert Kilometer, da die Kette ja nicht ?berm??ig schnell l?uft. Viertens, da? die H?chstgeschwindigk eit nur 82km (aber gestoppt, von dem international anerkannten zu 1030 m) in der Stunde l?uft? Daf?r ist sie wunderbar elastisch und zieht bei niederen Drehzahlen wie ein junger Bulle.
Meine Meinung: Eis gibt
viele Maschinen, die erheblich schneller sind, viele, die im Glanz von viel buntem Lack und viel Nickel und Chrom nach ?mehr? aussehen, aber ganz gewi? wenige, die ebenso anspruchslos in bezug auf Pflege sind und dabei bei ICO prozentiger Zuverl?ssigkeit so gute Dauerleistuing ergeben. Gustav Mueller.

Additional information

Type

Rundschreiben

Year

1931

Model

S300