Rundschreiben

Rundschreiben 223

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Rundschreiben Nr. 223.
N?rnberg, 31. Mai 1930.
Betrifft:
Z?ndapp Motorr?der Rekord, S 200, S 300 / Technisches.
Nachstellen der Bremsen.
Unsere Modelle ?Rekord”, ?S 200″ und S 300 ?N?rburg” sind mit kombinierten Zweiradbremsen ausger?stet. Nach den ersten 2-300 km, wenn sich die neuen Spiralen, Bowdenz?ge und Bremsbel?ge etwas ausgearbeitet resp. abgen?tzt haben, wird es meistenteils notwendig sein, die Bremsen nachzustellen. Dies geschieht wie folgt:
Bild 1. Nachstellen der Zweiradbremsen.
a) Mutter 1 l?sen;
b) Fu?bremshebel 2 hochheben, bis dessen Zunge 3 am Rahmenteil 4 anschl?gt;
c) Bremshebel 5 soweit nach links schieben, da? sich das Hinterrad der Maschine eben noch leicht und ohne Widerstand drehen l??t;
d) Bremshebel 5 mit Mutter 1 wieder am Bremsgest?nge 6 festklemmen.
Die Sicherheit unserer Zweiradbremse besteht darin, da? der durch das Bowdenseil 7 zwischen den beiden Punkten 8 und 9 festgelegte Abstand nicht vergr??ert wird. Dieser Abstand mu? 15-20 mm betragen.
Benzin-Absperrhahn.
Der bei unseren Modellen ?5 200″ und S 300 ?N?rburg” von uns nunmehr serienm??ig eingebaute Benzin-Absperrhahn ist ein sogenannter Sicherheitshahn und ersetzt als solcher praktisch gesprochen jede Benzin-Uhr. Die Funktion dieses Hahns ist aus untenstehender Abbildung deutlich ersichtlich.
Bild 2 ? 6. Benzin-Absperrhahn.
Nach Bild 2 und 3 ist der Benzinzuflu? zum Vergaser vollkommen gesperrt.
Nach Bild 4 ist die Benzinleitung offen, der Tank kann sich aber nicht v?llig, sondern nur bis auf einen Rest von ca. 2-3 Liter entleeren. Um diesen Rest aufzubrauchen, muli
nach Bild 5 der Knebel des Absperrhahns aus der Stellung nach Bild 4 im Gelenk senkrecht nach oben gedr?ckt werden. Durch eine halbe Umdrehung des Knebels
nach Bild 6 ist das ?Reservebenzin” freigegeben und der Tank leert sich dann v?llig.
ln dieser Stellung labt sich der Knebel nicht senkrecht nach unten dr?cken.
Sofern es sich der Fahrer zum Grundsatz macht, nie mit Reservebenzin zu fahren, bezw. seinen Benzinvorrat an der n?chsten Tankstelle zu erg?nzen, sobald er auf ?Reserve” geschaltet hat, ist es ausgeschlossen, mit leerem Tank mitten auf der Landstra?e zu stehen.
D?senwechsel / Schmierung / Z?ndkerzen.
S?mtliche Z?ndappmaschinen sind mit den weltber?hmten Amac- oder B S. B-Vergasern mit getrennter Luft- und Gasregulierung ausger?stet und gestatten durch auswechselbare D?sen absolute Anpassung an alle Gel?nde- und Witterungsverh?ltnisse.
Nur mit der richtigen D?se sind zufriedenstellende Motorleistungen zu erwarten. Es wird deshalb in vielen F?llen notwendig sein, die serienm??ig in fabrikneue Maschinen eingebauten Vergaserd?sen gegen andere, besser passende, auszutauschen.
W?hrend bei unseren 300er Modellen die Wahl der richtigen D?se nicht so kritisch ist, gewinnt sie bei unseren Steuer- und f?hrerscheinfreien 200 er Modellen erh?hte Bedeutung dadurch, da? bei diesen das zur Schmierung des Motors erforderliche Oel dem Betriebsstoff beigemischt ist.
Bei zu kleiner D?se erh?lt der Motor zu wenig Oel und l?uft hei?, w?hrend eine zu gro?e D?se nicht nur durch reichlichen Benzinverbrauch den Betrieb verteuert, sondern auch einen unerw?nschten Oelkohleansatz auf dem Kolbenboden, im Explosionsraum des Zylinders und in der Auspuffanlage beg?nstigt. Man wird beispielsweise im bayerischen Hochland mit einer kleineren D?se auskommen, dagegen in ausgesprochenen Tiefebenen, die nicht wesentlich ?ber dem Meeresspiegel liegen, eine etwas gr??ere D?se ben?tigen, als sie normalerweise Verwendung finden kann.
Die Wahl der richtigen D?se ist sehr leicht, wenn zur Schmierung des Motors nur Gargoyle-Mobil?l verwendet wird, wie wir es in unseren Betriebsanweisungen vorgeschrieben haben. Die richtige D?se ist dann gew?hlt, wenn der Motor auf ebener Stra?e bei einem
Tempo von 35 km/sld. noch im Viertaki l?ufi und der Lufihebel zu gut 3/4 ge?ffnet ist. Bei Verwendung von anderen Oelsorten als sie unsere Betriebsanleitungen vorschreiben, k?nnen wir aber weder f?r die D?senwahl Vorschriften geben, noch f?r einwandfreie Motorleistung Garantie ?bernehmen.
Als Z?ndkerze hat sich unter obigen Voraussetzungen am besten die ?Logde Hl” bew?hrt, die von uns auch serienm??ig eingebaut wird. Falls jedoch st?ndig h?here Geschwindigkeiten verlangt werden, wird zweckm??ig eine ?Lodge Z?ndkerze H 32″ verwendet.
Schwungrad-Magnet.
Normalerweise bedarf der Schwungradmagnet ?berhaupt keiner Pflege. Da? er aber anl??lich einer gr?ndlichen S?uberung der ganzen Maschine ebenfalls gr?ndlich gereinigt wird, ist wohl selbstverst?ndlich und nach welchen Richtlinien dies zu geschehen hat, ist aus der jeder Maschine beiliegenden Betriebsanweisung ersichtlich.
Bei schlechten Witterungs- und Wegeverh?ltnissen ist jedoch darauf zu achten, da? sich die an der Nabe der Ankerplatte befindlichen beiden Oeldunsil?cher und das Entl?ftungsloch in der Ankerplatte selbst nicht mit Schmutz zusetzen. Sie m?ssen dann mit einem St?ck Draht wieder ges?ubert werden, damit der Oeldunst des Motors nicht in das Innere des Schwungradmagneten gelangt und zu St?rungen Anla? gibt.
Wir bitten Sie, Ihre Kunden eindringlich darauf aufmerksam zu machen, diese Oeffnungen der Ankerplatte, wie vorstehend beschrieben, sauber zu halten!
Bei dieser Gelegenheit m?chten wir auch noch auf einige St?rungsm?glichkeiten am Schwungrad-Magnet hinweisen.
Setzt die Z?ndung bei hohen Geschwindigkeiten aus, ohne da? einZ?ndkerzendefekt festzustellen ist, so l?uft m?glicherweise der Unterbrecherhebel in der Lagerung trocken und mu? mit einem Tropfen Oel eingefettet werden. Hierzu kann das zur Schmierung des Motors benutzte Oel ? in diesem Fall also Gargoyle Mobil?l BB ? Verwendung finden.
Setzt die Z?ndung schon bei normalen Tourenzahlen aus, so ist dies wahrscheinlich auf Ver?lung der Unterbrecher – Kontakte zur?ckzuf?hren, die dann nat?rlich gereinigt werden m?ssen. – Es kann sich aber auch der Abri?-Abstand zwischen Polschuh und Ankerschuh durch Ver?nderung der Kontaktschrauben verstellt haben. Dann mu? durch Verstellung der Kontaktschrauben der richtige Abstand zwischen Polschuh und Ankerschuh laut Betriebsanweisung wieder hergestellt werden.
Arbeitet der Motor trotzdem nicht regelm??ig, so besteht die M?glichkeit, da? sich die Z?ndspule trotz der Sicherung auf der Ankerplaite etwas verdreht hat und der Stromabnehmer nicht mehr mit dem auf der Spule befindlichen Messingpl?ttchen in Ber?hrung kommt. Die leitende Verbindung kann durch Verdrehen der Z?ndspule leicht wieder hergestellt werden.
Bild 7. Schwungrad-Magnet von r?ckw?rts ? unten ? gesehen.
a = Ankerplatte, b = Oeldunsil?cher, c = Entl?ftungsloch.
Bereifung der Z?ndapp S 300 ?N?rburg”,
Wir haben unsere neue S 300 ?N?rburg” mit Sicherheitstiefbettfelgen und Ballonreifen 26×3,5″ ausger?stet. Entgegen den Vorschriften verschiedener Reifenfabriken, die f?r diese Bereifung einen Luftdruck von 2 atm. vorgesehen haben, stellten wir fest, dab sich unsere Maschine mit normaler Belastung entschieden besser f?hrt, wenn der vordere Reifen l1/* und der hintere Reifen IV2 atm. Luftdruck aufweist. Erst bei Soziusbetrieb oder sonstwie anormaler Belastung empfiehlt es sich, die Reifen entsprechend st?rker, nie aber ?ber 2 atm. aufzupumpen. Eine R?ckfrage bei den Reifenfabriken best?tigt uns, dafe eine Benachteiligung der Reifen nicht eintritt und die Lebensdauer dadurch nicht beeintr?chtigt wird.
Mit der Bitte, dafe auch Sie Ihren Kunden mit vorstehenden Ratschl?gen dienen und behilflich sind, empfehlen wir uns Ihnen
hochachtungsvoll
ZUNDAPP G. m. b. H.

Additional information

Type

Rundschreiben

Year

1930

Model

Rekord, S200, S300