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M4t
BERLIN BARCELONA
VON DR. FRIEDRICH
KOCH
W A W R A
Von Berlin
nach
Wenn man als bisheriger Laie unter die Motorradfahrer gef will, so geben einem hundert Freunde tausend wohlgemei Ratschläge. Motorrad “Namen schwirren wie aufgescheuc Vögel durch das von keinerlei Sachkenntnis getrübte Laienhi Doch von all den gütigen Beratern gilt das Wort des elsässiscf Dichters:
Was sie haben, das loben sie nicht Und was sie loben, das haben sie nicht.
Ich wollte eine Maschine kaufen, mit der man leicht und > allem billig fährt, aber auch ohne Anstrengung ein paartause Kilometer Ferienfahrt zurücklegen kann. Eine Maschine, die; Mitnahme von viel Gepäck geeignet ist. Außerdem sollte sie bi! in der Anschaffung sein und eine Marke tragen, die bekannt so daß man sie später einmal leicht wieder verkaufen kann. A diese Eigenschaften vereinigen sich in dem Begriff der r brauchsmaschine“. So fiel meine Wahl auf Zündapp. w
Ich wollte von Berlin nach Spanien und wieder zurück. We Fachleute prophezeiten mir die Möglichkeit eines Schrecke ohne Ende. „Mit einer 250’Ccm-Maschine werden Sie nie ül die Pyrenäen kommen. Ich würde das an Ihrer Stelle nf wagen.“ Die Erfahrung zeigt mir heute das Wagnis in eim anderen Licht.
Die Fahrt von Berlin über Nürnberg zur französischen Gren ging glatt von statten. Die Grenzformalifäten sind kurz u schmerzlos. Der französische Zolloffizier sagte: „Wir sef deutsche Kraftfahrer alsTouristen sehr gerne bei uns. Sie werd merken, daß es ein billiges Vergnügen ist. Sie zahlen 80Centirr pro Tag (das sind 14 Pfennig) und sind auf 3 Monate mit Ihn Rad unser Gast. Ihre Verbandskarte befreit Sie von der V< pfiiehtung der Zollhinterlegung. Hier haben Sie Ihren „Pern de Circulation“! Nun beachten Sie unsere Verkehrsvorschrif! schön und fahren Sie mit Gott! Wir haben nämlich eine v< dämmt scharfe Polizei!“ Barcelona í'<& - und zurück — 1500 Kilometer hat die kleine Zündapp-Maschine auf französischen, allerdings erstklassigen Straßen zurück- gelegt. Von Forbach über Metz, Chalons, Paris, Orleans, Lourdes nach PortVendres am Mittelmeer. Ohne einen einzigen Versager. Nicht einmal eineZündkerzenstörung hat mich aufgehalten. Und selbst wenn - ! Wie oft ist es mir passiert, daß ich einen Augenblick anhieit, um zu ruhen und zu schauen. Dann lag ich neben meiner Maschine und rauchte eine Zigarette. Fast jeder vor- beikommende Automobilist hielt an oder versuchte wenigstens anzuhalien: „Kann ich etwas für Sie tun?“ Würden die Völker nach der Hilfsbereitschaft ihrer Kraftfahrer beurteilt werden, ich glaube, der „Erbfeind“ würde sich dann als Erzmenschenfreund entpuppen. In S*~dten und Dörfern aber ging ich zu der „verdammt Sörrarfen Polizei“ und stellte mein Rad bei ihr unter. „Es ist uns ein Vergnügen, mein Herr!“ Weder auf der Hinfahrt noch auf der Rückfahrt, weder in Dörfern noch in Städten, weder bei Behörden noch in Herbergen oder Schenken habe ich als Deutscher auch nur das leiseste Anzeichen einer Deutschfeindlichkeit bemerkt. Ebenso glatt wie die Einfahrt ging die Ausfahrt aus Frankreich in Port Vendres von statten. Jetzt aber war für meine Maschine der große Augenblick gekommen. Das Rad war belastet mit etwa 270 Pfund: Fahrer, Schreibmaschine, Photographische Apparate, Zeltbahn, Rucksack, Köfferchen, zwei schwere Seitentaschen mit Ersatzteilen, Büchern usw. Die Auf- wärtssteigung über die Pyrenäen ist 115 km lang, also eine schwierige Prüfungsstrecke, zumal die Straße entweder ganz hochmodern-glatt oder aber zum Teil noch aus der Zeit Karls des Großen ist. Zündapp legte die Gesamtsteigung bis zur Paßhöhe in 9 Stunden zurück. Dabei brauchte ich nur selten auf den zweiten Gang und nicht ein einziges Mal auf den ersten zurückzugreifen. Die Weiterfahrt nach Barcelona war dann eine Kleinigkeit auf der neugebauten Seestraße. ln einer Tour, ohne ein einziges Mal zu versagen, leistete Zündapp in sieben Tagen den Rückweg von 1370 Kilometern: Barcelona —Paris, ln Paris war vierzehntägige Pause und Generalreinigung. Dann folgte die Strecke Paris — Eifel — Harz — Berlin. Das sind, alles zusammen, mit Kreuz- und Querfahrten, etwa 5000 Kilometer. Was ist während dieser 5000 Kilometer passiert? Ich habe dreimal die Zündkerze erneuert, einmal den Vorderschlauch repariert und einmal Vergaser und Benzinleitung abnehmen müssen, weil mir ein Menschenfreund (leider nicht in Spanien oder Frankreich, sondern in der Eifel) eine Art Wasserbenzin verkauft hatte. Nun bin ich selbst „Fachmann“ oder besser gesagt „Kenner“ geworden und darf künftigen Motorradfanrern, die nicht viel für eine Maschine ausgeben wollen, einen Rat geben: Nur einen Zweitakter! Denn beim Zweitakter fallen die meisten Störungsquellen weg. Aber einen Zweitakter mit getrennter Oel- und Benzinzufuhr! Nur eine solche Maschine vereinigt beide Vorzüge in sich: Einfachheit und Höchstleistung. Oder in einem Wort Zündapp! Zündapp ist die zuverlässige Tourenmaschine, anspruchslos wie ein Fahrrad, leistungsfällig wie ein Auto! Der Zündapp Kundendienst ist mustergültig — Ersatzteile sofort! Und die Betriebskosten sind gering — Preis RM 860.— und Zahlungs-Erleichterung! ZÜNDAPP C .mbH. 1NÜ RMRERG

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Type

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Year

1928

Model

EM250