Rundschreiben

Rundschreiben 355

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GESELLSCHAFT F?R DEN BAU VON SPECIALiVlASCHINEN IV!. B. H.
Rundschreiben Nr. 355.
N?rnberg, den 6. Juni 1936.
Sehr geehrter Herr Mitarbeiter!
Das reichhaltige
?Z?ndapp-Fabrikations- und Verkaufsprogramm 1936?
hat sich ?berall gl?nzend durchgesetzt. Sie als unser Mitarbeiter k?nnen mit Recht stolz darauf sein, da? Sie die Marke ?Z?ndapp? vertreten. Z?ndapp-Motorr?der sind heute ?berall gefragt und aus dem Markte nicht mehr wegzudenken. Seit Jahr und Tag steigert sich die Verbreitung unserer Erzeugnisse nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland.
Dabei sind wir trotz der gewaltigen Nachfrage immer noch lieferungsf?hig; kleine Lieferfristen, die sich bei einzelnen Typen 200 ccm im Pfingstgesch?ft notwendig machten, werden durch eine erh?hte Erzeugung rasch wieder ausgeglichen.
F?r Sie als Motorradh?ndler sind die Saisonmonate aber nicht nur zur vollen Erfassung aller Interessenten f?r leichte Maschinen geeignet, sondern Sie haben auch gute M?glichkeiten, in den schweren Typen Ihren Umsatz und damit vor allem auch Ihren Verdienst zu steigern.
Gerade nach gr??eren Maschinen besteht allgemein eine besondere Nachfrage und deshalb d?rfte es Ihnen auch nicht schwer fallen, Erfolge auf diesem Gebiet zu erzielen, zumal wir auch diese Typen kurzfristig liefern k?nnen.
Die
Z?ndapp-Motorr?der K 350, K 500, KS 500 und K 800
haben sich bekanntlich bei allen bedeutenden, motorsportlichen Wettbewerben durch gro?e Leistungsf?higkeit ausgezeichnet. Es handelt sich dabei wirklich um sehr luxuri?se, schnelle und zuverl?ssige Fahrzeuge, soda? unser Kundenkreis gerade in diesen Maschinen in st?ndigem Anwachsen begriffen ist.
Wie die Fachwelt beispielsweise ?ber die Z?ndappmaschinen K 350, KS 500 und K 800 urteilt, sehen Sie am besten aus den beiliegenden, mit Ueberzeugung geschriebenen Testen. Lassen Sie sich bei der Kundenbehandlung auch nicht etwa beeinflussen durch den Hinweis auf die ?billigen Autos?. Ein Auto bleibt den meisten Interessenten vorl?ufig noch ein unerf?llbarer Wunsch. Dagegen reichen die Geldmittel ? auch schon mit R?cksicht auf den Unterhalt ? weit eher zu einem schweren Motorrad bzw. einem Gespann, das alle Anforderungen in Bezug auf Leistung, Sch?nheit und Komfort befriedigt.
Bestellen Sie also rasch eine dieser Maschinen zur Ausstellung oder noch besser zu Vorf?hrungen. Der Erfolg bleibt dann bestimmt nicht aus.
Preu?ische Staatsbeamte erhalten Gehaltsvorsch?sse beim Ankauf von Kraftfahrzeugen.
F?r die Preu?ische Staatsverwaltung besteht eine Verf?gung des Preu?ischen Finanzministers, da? zur F?rderung der Beschaffung von beamteneigenen Kraftfahrzeugen Gehaltsvorsch?sse gew?hrt werden k?nnen. Der Vorschu? wird in H?he von dreiviertel des Kaufpreises gezahlt, ist mit drei Prozent zu verzinsen und l?ngstens nach vier Jahren zur?ckzuzahlen. Die Beamten haben demnach nur ein Viertel des Kaufpreises beim Ankauf eines Kraftfahrzeuges jetzt selbst aufzubringen. Diese Gesch?fte sind nat?rlich keine Beh?rdengesch?fte, sondern reine Privatanschaffungen, f?r die auch kein sogenannter Beh?rdennachla? gew?hrt werden darf.
Arbeitsdienstf?hrer.
Durch die Uebernahme der einzelnen Arbeitsdienstlager in staatliche Verwaltung ist ein gro?er Teil der F?hrer in das Beamtenverh?ltnis eingereiht worden. Viele Auftr?ge k?nnen auf der Ratenbasis, ja selbst gegen bar get?tigt werden. Wenn in dem dortigen Gebiet ein Arbeitsdienstlager vorhanden ist, dann haben Sie wahrscheinlich mit den f?r den Kauf von Z?ndapp-Motorr?dern in Frage kommenden Interessenten l?ngst F?hlung genommen. In Ihrem Interesse liegt es jedoch, Ratengesch?fte vorsichtig abzuschlie?en, denn Sie d?rfen dabei nicht ?bersehen, da? die Unterf?hrer noch gering besoldet sind. Im allgemeinen l?uft bei uns die l?ngste Abzahlungsfrist bis zu zw?lf Monaten.
F?r eine solche Zeitspanne k?nnen alle Beteiligten die Abwicklung eines Ratengesch?ftes ?berblicken, w?hrend l?ngere Fristen mit einem erh?hten Risiko verbunden sind. Deshalb gehen wir auch nur in Ausnahmef?llen auf 15-Monatsgesch?fte ein und dies auch nur dann, wenn es sich um beamtete K?ufer handelt, die ein entsprechend hohes Gehalt beziehen. Gesch?fte mit einer Laufzeit von 15 Monaten
sind aber bei uns besonders zu beantragen, weil die Lieferung der Maschinen erst dann erfolgen kann, wenn der Kredit durch Annahme des Ratenantrages durch uns Genehmigung gefunden hat.
Ausk?nfte / Ratengesch?fte.
F?r die Behandlung von Ratengesch?ften ist immer eine gewisse Frist notwendig, die Sie aber im Interesse einer raschen Belieferung abk?rzen k?nnen, wenn Sie den Ratenunterlagen gleich eine Auskunft ?ber den K?ufer beif?gen. Da in letzter Zeit die Ratenunterlagen h?ufig nur mangelhaft ausgef?llt eingereicht werden, so m?ssen wir wiederholen, da? jeder Ratenantrag vollst?ndig, bestehend aus:
1. Ratenabkommen dreifach
2. Selbstauskunft
3. Baranzahlung laut Preisliste
4. Ratenwechsel und
5. B?roauskunft (wenn irgend m?glich)
bei uns einzureichen ist, da sonst R?ckfragen und damit unn?tige Zeitverluste die Folge sind.
Jeder Wechsel hat gesetzlich ? sobald er in Umlauf gesetzt wird ? einen Wechselstempel zu tragen. Es besteht also auch f?r Sie die Verpflichtung, bei Einsendung von Ratenunterlagen die Wechsel, bevor Sie diese absenden, in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise zu verstempeln.
Besorgen S?e sich also bitte entsprechende Stempelmarken, kleben Sie dann auf jeden Wechsel aus einem Ratengesch?ft auf die R?ckseite (Wechselende, auf dem sich vorne Ihre Aussteller-Unterschrift befindet) unmittelbar unter den schmalen Rand diese Stempelmarken und entwerten Sie diese, indem Sie in die Marken das Wechselausstellungsdatum einsetzen. Augenblicklich betr?gt der Wechselstempel 10 Pfennig pro angefangene RM. 100.? Wechselbetrag.
Unter der Wechselstempelmarke ist dann Ihre Giro-Unterschrift anzubringen.
Ratengesch?fte mit minderj?hrigen Kunden oder mit Ehefrauen.
Bei diesen Gesch?ften ist stets zu beachten, da? die Unterschriften rechtsverbindlich geleistet werden.
Nach dem Gesetz d?rfen Minderj?hrige keine Wechsel unterschreiben. Minderj?hrige bed?rfen zur Eingehung einer Wechselverbindlichkeit der schriftlichen Genehmigung des Vormundes. Dieser wiederum ben?tigt zwecks Eingehung einer Wechselverb?nd-
lichkeit seines M?ndels nach ? 1822 Absatz 9 BGB. die schriftliche Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes.
Wenn dieser etwas umst?ndliche Weg vermieden werden soll, dann mu? das Ratengesch?ft folgenderma?en behandelt werden:
1. Ratenabkommen dreifach ist von dem minderj?hrigen Ratenkunden und von dem Vormund zu unterschreiben,
2. Selbstauskunft ist von dem minderj?hrigen Ratenkunden genau auszuf?llen und vom Vormund mit zu unterschreiben,
3. Baranzahlung laut Preisliste,
4. Ratenwechsel haben den H?ndler als Aussteller und Girant, w?hrend das Akzept von dem Vormund durch Querschrift geleistet wird.
Bei Ratengesch?ften, bei denen Ehefrauen als K?uferinnen auftreten, ist besonders darauf zu achten, da? neben dem ehem?nnlicnen Genehmigungsveimerk auf dem Ratenvertrag auch die Wachse! neben der Unterschrift der Ehefrau die recnts- verbindliche Unterschrift des Ehemannes als Akzept tragen.
Renn-Revers f?r Motorr?der 1936.
Als Erg?nzung unseres Rundschreioens Nr. 351 vom 12. 3. 3o ist nach einem ?eschlu? der Vereinigung der Motorradfabriken noch darauf hinzu weisen, da? f?r die Teilnahme an nationalen Gau- und Ortsgruppenveranstaltungen das Verleihen von Rennoder Sport-Maschinen an Privatfahrer, Bezirksvertreter oder ?rtliche H?ndler durch die Fabriken nicht gestattet ist.
Wir w?nschen Ihnen auch weiterhin einen g?nstigen Saisonverlauf und zeichnen
mit deutschem Gru?
?Z?NDAPP?
Ges. f?r den Bau von Specialmaschinen m.’b.H.
Anlagen:
3 Teste.

Additional information

Type

Rundschreiben

Year

1936

Model

K350, K500, K800, KS500