Zusätzliche Informationen
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GESELLSCHAFT FÜR DEN BAU VON SPECIALMASCHINEN M.B.H.
Rundschreiben Nr. 350
Nürnberg, den 11. März 1936
An unsere Herren Händler!
über
850000 Besucher
hat die
Internationale Automobil- u. Motorrad-Ausstellung 1936,
diese gewaltige Heerschau der deutschen Kraftfahrzeugindustrie, verzeichnen können.
Hundertfausende haben vom
Zündapp-Stand,
den umstehendes Bild zeigt, die Überzeugung mit nach Hause genommen, daß
Zündapp-Motorräder auch 1936
im Brennpunkt des Interesses stehen.
Fast einstimmig wurde die DB 200 in ihrer Preisklasse als eine der schönsten Maschinen der Schau, die KS 500 sowohl preislich als auch in Bezug auf Äußeres, Leistung und Fahreigenschaften als leicht verkäufliche Sportmaschine bezeichnet.
Nun müssen Sie jetzt als Zündapp-Händler durch besondere Werbemaßnahmen an die Motorradschau anschließen, das in weitesten Kreisen bereits geweckte Interesse wachhalten und vertiefen, damit aus möglichst vielen Interessenten Käufer werden.
Mit unserem Rundschreiben Nr. 349 vom 2. 3. 36 haben wir Ihnen bereits verschiedene Anregungen über Schaufensterwerbung gegeben. Im Anschluß daran zeigen wir Ihnen heute abermals
2 vorbildliche Zü n d a p p – S ch a u f e n st e r als Dekorationsmuster,
Wir haben als neues Werbemittel zu Ihrer Unterstützung
1 Plakat: „Zündapp-Lieferungsprogramm 1936“ 67×97 cm
herausgebracht, das sowohl durch seine charakteristische Aufmachung, als auch durch die Farbenzusammenstellung fesselt.
Dieses Plakat zeigt dem Kaufliebhaber alle Zündapp-Modelle 1936 und übermittelt ihm eindringlich die Leistungsfähigkeit unseres Werkes. Führen Sie sich bitte selbst die Vielgestaltigkeit des Zündapp-Verkaufsprogramms vor Augen, das
Ein-, Zwei-, Vierzylinder-, Zweitakter, Viertakter, Ketten- und Kardan- Maschinen, Motorräder mit Rohr- und Preßstahlrahmen
enthält. Von dem erwähnten Plakat senden wir Ihnen anbei
einen Abdruck in verkleinerter Ausführung,
damit Sie sich einstweilen ein Bild davon machen können. Das Plakat kann mit und ohne Blechleisten zur Verfügung gestellt werden. Geben Sie uns Ihren Bedarf hierin aber bitte gleich auf.
Schließlich befinden sich auch
neue Zündapp-Diapositive
in Vorbereitung mit der Darstellung unserer Modelle DB 200 und KS500. Nach Fertigstellung werden wir Sie noch benachrichtigen, damit Sie uns Ihre Anforderung nach Diapositiven zur Durchführung von Kinoreklame zukommen lassen.
Allgemein wird jeden unserer Mitarbeiter interessieren, daß der Verkauf unserer Zündapp- Räder in den letzten Monaten eine durchaus befriedigende Entwicklung genommen hat, die gegenüber den früheren Jahren auf ein noch weit besseres Jahresergebnis schon jetzt rechnen läßt.
Wir sind überzeugt, daß eine intensive Werbung zum großen Teil zur Weiterentwicklung in dieser nun dank der Zugkraft unserer Modelle eingeschlagenen Richtung beitragen wird.
Viele tausend neuer Anhänger, die in diesem Jahr für Zündapp gewonnen werden, stellen auch einen wertvollen Zuwachs für das Geschäft unserer Mitarbeiter dar.
Wir zweifeln nicht daran, daß es auch Ihnen möglich ist, sich bei regsamer Werbung hieran einen großen Anteil zu sichern und wünschen Ihnen bei Ihren Verkaufsbestrebungen guten Erfolg.
Mit deutschem Gruß
ZÜNDAPP
Ges. für den Bau von Specialmaschinen m. b. H.
Anlagen :
1 Schaufensferaushang :
Zündapp-Lieferungsprogramm 1936 1 Auszug aus der „Nationalsoz.
Beamtenzeitung* Nr. 4 v. 1 6. 2. 36.
1 Prüfungsbericht M 155 „Zündapp K 350″ aus „Motor und Sport“ vom 26 1. 36.
1 Zündapp-Werbeblatt „Die neuen Verkehrszeichen“
DB 200 ÄM, 540.-
DBL 200 RM, 660-
DSK20Ü RM. 695.-
KK 200 RM. 795 –
Sonderabdruck aus „MOTOR und SPORT“, Pössneck, Heft 4 vom 26. Januar 1936, Seite 15 und 16
Zündapp
Kennzeichnend für den Motorgetriebe- block ist die Flachkolbenkonslrukfion. Der Flachkolben hat sich bekanntlich im Zweitakterbau der letzten Jahre erstaunlich schnell durchsetzen können. Die verschiedenen Ausführungen sind heute serienreif, die Motoren wesentlich leistungsfähiger und sparsamer als früher. Die Aufgabe aller Fabriken ist jetzt, die Seriengleichförmigkeit noch mehr zu verbessern und für alle Einzelheiten die besten Materialien, Querschnitte und Formen zu finden.
Auf der Berliner Motorradaussfellung im Frühjahr 1935 erschien zum ersten Male die Zündapp „K 350″ zur Erweiterung des Zweitakterprogramms nach oben. Es ist nicht einfach, mit 350 ccm eine komfortable Reisemaschine zu bauen. Das Rad gehört nicht zu den schnellsten und sparsamsten der Größenklasse, dafür ist es aber ein Gebrauchsfahrzeug, das etwas darstellt! Das Rad sieht gut aus, wie wir das von den Zündapp-Kardanmodellen gewöhnt sind. Der wuchtige und doch elegante Stahlblechrahmen hält die einzelnen Teile formal sicher zusammen. Die Slahlblech- vordergabel mit dem großen Scheinwerfer fügt sich gut dem Ganzen ein.
Der Motorgetriebeblock ist glattflächig. Das Getriebe hat vier Gänge. Der Antrieb erfolgt über eine Welle. Kurz, die Ma- ‚ ’ ine enthält alle die Konslruklions- ?*—mente, auf die viele Motorradfahrer heute großen Wert legen. Das ist die „K 350″, die nun noch in den Einzelheiten gekennzeichnet werden soll.
Durch die klare Linienführung von Tank, Lenker undSchein- werfer wirk! die Maschine ganz besonders schön.
(fVerkphoto)
Eine typische Ziindapp-Konstruktion
Der Stahlblechrahmen ist unbedingt schön, aber er kommt nicht für alle Motorräder in
Das ist dis „K 350″, ein solides Gebrauchsrad der Miiielldasse. (Werkphnto)
Frage,- denn Voraussetzung ist eine ausreichende Serienproduktion, die Zündapp allein schon dadurch erreicht, daß der gleiche Rahmen für mehrere Modelle verwendet wird. Aus zwei profilierten Stahlblechhälften ist der Rahmen zusammengefügt und am Sleuerkopf besonders verstärkt. Die steife Vordergabel besteht aus Nickelstahlblech und ist normal gefedert.
Die größten Schwierigkeiten machte beim Zweitakter die Kolbenfrage. Die neuen, genau auf die Sonderverhällnisse abgestimmten Leichtmetallkolben (Nüral) der Zündapp-Moioren sind oval geschliffen. Die Ringe haben ein unterschiedliches Spiel von 0,6, 0,5 und 0,4 mm. Der Kolbenbodenquerschnill sorgt für beste Wärmeabstrahlung. Erreicht wurde eine hohe Zuverlässigkeit bei allen vorkommenden Belastungen. Auch bei normalem Kolbenspiel wird ein Klemmen bei starker Erhitzung vermieden,- die Kolbenringe können nicht kleben, die Ringnuten bleiben ausreichend frei.
Der Antrieb vom Motor aus erfolgt unmittelbar auf ein Kettengetriebe. Räder und Ketten laufen selbstverständlich im Oelbad. Versuche über Tausende und aber Tausende von Kilometer haben gezeigt, daß das Getriebe ebenso zuverlässig und geräuschschwach sein kann wie das übliche Zahnradgetriebe. Die Ketten haben den Vorzug, daß sie als elastisches Ueberlragungselement Stöße abfangen, sie wirken also als Stoßdämpfer. Im übrigen kann auch die Kardanwelle aus Federslahl noch bis zu einem Winkel von etwa 10 Grad verdreht werden. D. h. also, durch zwei elastische Zwischenglieder ist hier dem Wellenantrieb die Härte genommen worden. – So ist das Kettengetriebe durch seinen größeren Wellenabstand und die Weichheit der Uebertragung gerade für die Kardanmaschine sehr geeignet. Es ist leicht zu schallen, unempfindlich auch bei mäßiger Behandlung und hat eine lange Lebensdauer.
Alle Kardanmaschinen von Zündapp haben ein viergängiges Getriebe mit Kugel- schallung. Diese im Autobau weit verbreitete Schaltungsart hat für das Motorrad Vorzüge und Nachteile: Das Getriebe läßt sich mit dem geringsten Kraftaufwand durchschallen. Wichtig ist die richtige Form des Schalthebels. Bei der ersten Ausführung war es unbedingt nötig, das rechte Knie vom Kissen zu lösen und mit der Hand zwischen Rahmen und dem Bein zum Schalthebel durchzugreifen. Heute
kann man beide Beine fest an den Kissen lassen und den Schalthebel von außen fassen.
Technische Angaben:
Moioriyp: Zweitakt, Flachkolben; Inhalt:
347 ccm,- Bohiung: 75 mm; Hub: 79 mm; Verdichtungsverhältnis: 1:6; Schmierung: Gemisch; Vergaser: Amal 5/411; Zündung:Noris D S 6 50.
Getriebe und Antrieb: Getriebetyp: Zündapp, Kettengetriebe,- Ueberseizung, 1. Gang: 1:3; 2. Gang: 1 : 1,9; 3. Gang: 1 : 1,15; 4. Gang: 1 .0,955; Antriebsart: Kette./Welle.
Fahrgestell: Tankinhalt: 12,5 Liter,- Rahmen: Stahlblech; Federung: Druck, Schraubenfeder; Bremstrommel-o: 200 mm,- Be-
reifungstyp-. 3,50 X 19; Gewicht, fahrfertig: 140 kg,- Preis: 925,— RM.
Die Federgabel von Zündapp mit tonnenförmiger Schraubenfeder, mit hydraulischem Stoßdämpfer und Sleuerungsdämp-
fer (griffiger Handhebel) läßt sich sehr gut abstimmen und sorgt für einwandfreie Straßenlage und gute Federwirkung.
So finden wir auch bei der „K 350″ zahlreiche Einzelheiten, die wir schon an der „K 500″ seit langem schätzen.
Mit der „K 350″ unterwegs!
Alle Zündapp-Siahlblechmodelle sind heute Straßen- und kurvenfest. Deshalb störte es gar nicht, daß die Prüfung größtenteils bei strömendem Regen durchgeführt werden mußte. Gleichgültig, ob man schnell oder langsam fährt, vorsichtig oder forsch in eine Kurve geht, das Rad liegt ganz sicher in der Hand und ist auch durch jeden leichten Kniedruck zu beeinflussen. Ein handliches Gebrauchsrad, das dem alten Fahrer bestimmt Freude bereitet, aber auch dem Anfänger gar keine Schwierigkeiten macht. – Die Motorenleistung konnte im Laufe der Zeit nicht unwesentlich verbessert werden. Störend ist nur noch eine geringe Vibration im oberen Drehzahlbereich.
Was die Maschine leistet, was der Motor verbraucht, wird am besten durch ein paar Zahlen aus der Praxis bewiesen. Der Motor war ausgerüstet mit dem neuen Bing-Vergaser, Hauptdüse 85, Nadelposition I. Auf nasser Straße konnte die Höchstgeschwindigkeit mit annähernd 90 km/Std. gestoppt werden. Fabrikversuche liegen teilweise noch etwas höher. – Der Verbrauch wurde wie üblich bei einer gleichbleibenden Geschwindigkeit von etwa 55 km/Std. gemessen, und zwar mit 3,8 Liter je 100 km. Eine Fabrikmessung mit einer anderen Maschine ergab einen Verbrauch von 4 Liter je 100 km bei einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 65 km/Std. J. F.
Auch in die „K 350″ isl wieder das bewährte geschmeidige Keiiengeiriebe eingebaut Zu beachien isi die Vorverlegung des Br‘ hebels nahe an die Fußrasie. (Werhp.__
Vogel-Verlag Pössneck
Anlage pint 91unbfd)reiben 9lr, 350 vom 11. 3.36.
‘SJu^ucj au$ ber ^attonalfo^ialiftifcben Q3eamten3eitun$ 9^.4 bom 16.2.36.
5lu3 neuen ©efe^en, Q3erort)nungett unt> ©tlaffen.
®cr ^prcufjifdje ‘Jinanjminiffer f)af jjugletd) im tarnen bed Rlinifter» präfibenfen unb fämtlid>er Staatdminiftcr in einer <23c!annitnad)ung vom 25.1. 1936 — IC 221025 I — neue Richtlinien für bie ©cmäfjrung von (9cl;a(13votfd)üffen jur 'd3efd)affung von bcamtencigcnen &raftfal>r– geugen erlaffen, monad) alle ^Beamten Rorfdiüffc biefer ‘Slrt erhalten lönnen, tvemt ju ihrem ®icnftbegirf ein audgebcljnter ßanbbcgirl mit un= günftigen ober ungureid)enbcn Rcrbinbungcn ber Q3erfcl)rdmiftcl gehört ober menn burd) bie 93cfd>affung eined ^raftfahrgeuged bie (frlcbigung von <3)icnftgcfd)äften außerhalb bed bienfflic£>en CS3ot)nfi§eS tvcfenflich bcfd)lcunigt unb erleichtert unb bamit eine Steigerung ber ßciftungen bed ^Beamten erreicht tvirb. ®er Rorfdmf) barf nicht äu einer unfrag* baren Rcrfdntlbung bed ^Beamten führen unb ift bcshalb feinem ®ienft- einfommen unb feiner ivirf[d)afflid)en ßage entjprcd)cnb gu bemeffen; er barf 3k bed ßlnfd)affungdtverted, im £>öd>ftbeirage 2500 R33I., nicht überfteigen. ®er Q3orfd)ufi ift mit 3 v.Ä. jährlich g« verginfen unb läng- ftend innerhalb 4 3af>ren gurüdgugablen.
(dDreufj. 93efolbungoblaft S. 12).
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Damit Sie dieser Hotwe.adigkeit entsprechen können,, werden wir Ihnen die Hereinnahme durch günstige Zahlungsbedingungen erleichtern! fordern Sie deshalb bitte noch heute entsprechende Angebote von uns anc
Überlegen Sie sich doch bitte einmal9 dass den bedeutenden Vorteilen der Inbetriebnahme von Vorf hrungsmaschinen eigentlich gar kein Risiko gegen- überstehtj, denn Sie hab« i sicher die Möglichkeit,, die Räder nach Benutzung einer Saison im Vorführmjgsdienst zu Beträgen unterzubringen9 die kaum unter Ihren Einkaufspreisen liegen dürften
Bedienen Sie sich ferner beim Verkauf der Zündapu-Motorr&der der bestehenden Finanzierungserleiehterungen für Staatsbeamte„
Wie Ihnen bekannt ist9 werden preussischen Staatsbeamten bei Anschaffung von Fahrzeugen wesentliche Vorschüsse vom Staat zur Erleichterung der Finanzierung gegebene Die Einzelheiten hierüber sind in der NS-Beamtenzeitung kürzlich veröffentlicht wordene Mit unserem Rundschreiben NroJ50 sandten wir Ihnen einen Auszug aus dieser Zeitung ssnT~'
Es sei hier nochmals kurz wiederholt^ dass dem Käufer in solchen Fällen ein Vorschuss bis zur Höhe von dreiviertel des Kaufpreises gewährt wird gegen eine Zinsvergütung von Der Vorschuss muss in längstens vier Jahren an den Staat zurückbezahlt seine Danach hat also der kaufende Beamte lediglich ein Viertel des Kaufpreises selbst aufzubringeno.
Diese Möglichkeiten zeigen Ihnen den Weg zu einer intensiven Werbung bei den Beamten der dortigen B@hördenstellen9 wie Finanzämtern,, Postämtern» Eisenbahnverwaltungen9 Wasser- und Flussbauämtern usw0 Wichtig ist dabei allerdings^ dass bei diesen Geschäften sogenannte Behördennachlässe nicht eingeräumt werden dürfen0
Wir hoffen,, Ihnen mit diesen neuen Anregungen gedient zu haben und wünschen Ihnen für den weiteren Verlauf der Saison guten Erfolge
Mit deutschem Grass
aZöndmppm 08&f8rdw8ati
Anlage»
1 Pressenotizc
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