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Z U N D A P P
GESELLSCHAFT FOR DEN BAU VJON SPECIALMASCHINEN
NÜRNBERG
2. Juli 1932
Es war richtig, zu Beginn des Jahres unseren unerreichten Schlager „Zündapp-Zugvogel B 170″ zu bringen! Das beweisen die Tausende dieses Modells, die heute schon nach knapp 5 Monaten die Landstraßen bevölkern. In weitschauender Voraussicht dessen, was der Markt bedurfte, aber in kluger Beschränkung auf das Notwendige haben die Zündapp-Werke diesen Gebrauchstyp geschaffen und damit gebracht, was das Publikum verlangte.
Es war richtig, dieses Rad nur mit Zwei ganggetriebe auszurüsten. Das beweisen zahlreiche Spitzenleistungen, die inzwischen mit diesem Modell vollbracht wurden.
Wir erinnern nur an die Afrika-Fahrt des Herrn von Krohn; an die mit unserem Rundschreiben vom 14. 6. 32 Ihnen bekannt gemachten Gewalttouren, die Herr Nemetz aus Rostock mit Sozius auf B 170 unternahm. Solche Fahrten und zahlreiche Anerkennungsschreiben unserer Kunden legen Zeugnis davon ab, daß die enorme Kraftreserve dieses Motorrades es voll und ganz rechtfertigt, wenn wir die dadurch unnötig gewordenen Kosten für den dritten Gang auf das formenschöne Äußere, das tadellose Finish und den großen Fahrkomfort dieser Maschine verwandten.
Es war richtig, gerade dieses Modell zu bringen. Das beweisen jetzt auch die Nachahmungen, die in letzter Zeit das führende Zündapp-Modell B 170 gefunden hat. Mit ihm haben wir Ihnen als Zündapp-Vertreter die starke Waffe gegen die Konkurrenz rechtzeitig in die Hand gedrückt. Geben Sie jetzt den Erfolg nicht vor dem Ziel aus der Hand, indem Sie sich durch ähnliche Neuerscheinungen beirren lassen. Jetzt heißt es, den Sieg durch energisches Nachschlagen vervollständigen.
Die Ernte ist nicht mehr in allzuweiter Ferne. Amtliche Zeitungsberichte melden die Sicherstellung der Erntefinanzierung. Ein höherer Erlös als in den verflossenen Jahren winkt in dieser Saison dem Landmann. Die Aussichten sind also günstig. Unsere B 170 ist das gegebene Modell für den Landmann.
Jetzt schon müssen Sie sich nach Kunden umsehen, die nach der Ernte für den Kauf eines Zündapp-Rades für Sie in Frage kommen. Aber nicht nur das Geschäft auf dem flachen Land, auch das Stadt-Geschäftsleben erhält jedes Jahr durch die Ernte einen belebenden Auftrieb.
Wir sind gern bereit. Sie in Ihrem Geschäft zu unterstützen und Ihnen eine Maschine in Konsignation zu geben, wenn Sie die Möglichkeit haben, sie vorteilhaft zur Schau zu stellen. Das bestechend schöne Aeußere unserer B 170, der elegante, hochgianz – verchromte Tank wirkt in den Augen Ihrer Kunden mehr als die überzeugendsten Worte es vermögen.
Vergessen Sie letzten Endes auch nicht den leistungsfähigen Kundendienst der Zündapp-Werke. Unser Kundendienst steht nicht auf dem Papier, er arbeitet! Wir haben es Ihnen bewiesen, daß es von unseren verkauften Maschinen nicht heißt: „Aus den Augen — aus dem Sinn“. Wir haben es ihnen bewiesen, daß wir bei Maschinen, die längst auf der Straße laufen, noch immer dem Fahrer mit Rat und Tat zur Seite stehen und nicht die Sorge Ihnen überlassen, sobald das Rad unsere Werkstätten verlassen hat.
Bedenken Sie alle diese Vorzüge und befolgen Sie unsere Ratschläge imVertrauen auf die große Zündapp-Organisation, die hinter Ihnen steht und Sie werden mit vielen Tausenden sprechen:
„ES WAR RICHTIG
ZÜNDAPP ZU WAHLEN“
Hochachtungsvoll
ZÜNDÄPP Gesellschaft für den Bau von Specialmaschinen m. b. H.
1 Reisebericht (Oberitalien).
1 Hinweis (Reichswehrministerium).
für die hohe Qualität des
Zündapprades
ist die Einführung beim
Reichswehrministerium
Nachdem wir im vergangenen Herbst für Versuchszwecke 6 Motorräder S 300 geliefert hatten, wurden diese Maschinen während der Wintermonate allen Gewaltprüfungen unterworfen, die man sich für ein Motorrad ausdenken kann. Es ist bekannt, dalj bei der deutschen Reichswehr auf Widerstandsfähigkeit des Materials das Hauptgewicht gelegt wird. Die Ergebnisse mit unseren Motorrädern haben nun dazu geführt, da!} uns ein Neuauftrag auf Lieferung einer
beachtlichen Anzahl Zündapp« Räder S 300
vom Reichswehrministerium erteilt wurde. Diese Tatsache dürfte bei Ihren Verkaufsverhandlungen für die Marke Zündapp ihre Wirkung nicht verfehlen. Wir empfehlen Ihnen, davon ausgiebig Gebrauch zu machen.
Ges. für den Bau von Specialmaschinen m. b. H.
Alfred Müller
Neustadt / Orla
Neustadt-Orla, den 21. Juni 1932.
Bismarckstrafje 20
An die
ZÜNDAPP
Reisebericht nach Oberitalien mit Zündappc Maschine B 200 Modell 1932.
Betrifft:
Gesellschaft für den Bau von Specialmaschinen
m. b. H. .
Nürnberg.
Endesunterzeichneter möchte durch nachfolgenden Reisebericht seine Zufriedenheit über die Leistungsfähigkeit und Ausdauer des Zündapp-Motorrades B 200 (Sportmodell) zum Ausdruck bringen:
Anfang April 1932 habe ich mir die obengenannte Maschine durch die Firma Kurt Stößner, Neustadt, von Ihrem Werk gekauft. Nachdem ich die Maschine bis zu 800 km ordnungsgemäß eingefahren hatte, trat ich Anfang Juni zusammen mit meiner Braut meine Ferienreise nach Meran-Bozen (Oberitalien) an. Infolge starken Regenwetters muhte die Hinfahrt etappenweise zurückgelegt werden. Die Route ging über Hof, Bayreuth, Nürnberg, München, Gmund a. Tegernsee, Achenkirch a. Achensee, Jenbach, Hall, Innsbruck, Brenner- P., Brixen, Bozen, Meran. Da auf sämtlichen Tiroler und Italiener Grenzalpen Neuschnee in nicht unbeachtlicher Höhe gefallen war, vermied ich es, auf meiner Hinfahrt über den wohl- bekannten Jaufenpaß (Rifugio Passo Giovo, 2130 m) zu fahren und zweigte daher in Vipiteno nach Bressanone ab. Die Maschine war belastet mit 2 Personen = 135 Kilo und 10 Kilo Reiseutensilien, zusammen also 145 Kilo. Troß dieser ziemlichen Belastung leistete die Maschine Unglaubliches. Berghöhen, bei denen ich bestimmt annahm, auf den zweiten Gang umschalten zu müssen, wurden spielend mit dem groben Gang überquert. Der Motor arbeitete dabei ruhig und gleichmäßig- War ich nun schon während der Hinfahrt über die Ausdauer und Leistungsfähigkeit der Maschine aufs äußerste befriedigt, so kannte meine Begeisterung auf der Rückfahrt fast keine Grenzen mehr. Diesmal wollte ich unbedingt den Jaufenpaß überqueren. Am Fuße des Jaufen kam ich gerade in der Mittagsstunde an. Troß herrschender Hiße begann ich die Auffahrt, wobei bemerkt werden soll, daß die Steigung über den Jaufenpaß bei 2130 m Höhe 1500 m beträgt. (Dies wurde uns wenigstens auf dem Gipfel vom Touristenhausbesißer auf Befragen erklärt.) Bei den denkbar ungünstigsten Straßenverhältnissen mußte ich gleich von Anfang an den 1. Gang eingeschaltet lassen und je höher wir hinaufkamen, umso schlechter wurde die Straße, die sich übrigens spiralförmig hochwand. Troßdem ich den ganzen Jaufenpaß mit dem 1. Gang überquert habe, hat sich nicht eine einzige Störung am Motor gezeigt, immer gleichmäßig und ruhig schraubte sich unsere Maschine mit der schon vorher erwähnten Belastung bis zum Gipfel. Auf dem Gipfel anwesende Touristen, mit denen wir uns unterhalten haben, und die mit Autos und schwereren Motorrädern ebenfalls kurz zuvor den Jaufen befahren hatten, wollten uns nicht glauben, daß unsere Maschine eine steuerfreie sei und bei einer derartigen Belastung ohne irgendwelchen Schaden den Aufstieg ausgehalten hat. Das war die Feuerprobe für das Motorrad, die es glänzend bestanden hat. Von da ab ging es dann weiter über den Brenner-Paß und außerdem noch am selben Tage noch über den Fern-Paß. Beide weiteren Pässe wurden spielend mit dem zweiten, sogar teilweise mit dem großen Gang bezwungen. Am selben Abend gegen 6 Uhr trafen wir schon in Garmisch-Partenkirchen ein. Nach einigen Tagen Aufenthalt ging dann die Rückreise wieder über München, Nürnberg nach Hause (Neustadt-Orla). Während der ganzen Tour (1800 km) hatten wir nicht eine einzige Panne, ja noch nicht einmal die Zündkerze brauchten wir auszuwechseln.
Von dieser Tour kehrten wir mit allergrößter Zufriedenheit heim und haben uns überzeugen lassen, daß das Zündapp-Werk mit seinem diesjährigen Modell B 200 eine Lei- stungs- und Ausdauermaschine herausgebracht hat, die wohl einzig und allein dastehen dürfte. Ganz besonders praktisch wirkt sich auch die Tankschaltung sowie Drehgas und Drehzündung und vor allem auch die gefederte Lenkstange aus. Da ich schon im vergangenen Jahre von Ihrem Werk eine Z 200 gekauft und auch damit größere Touren unternommen habe, kann ich nur immer wieder zum Ausdruck bringen, daß durch die Neukonstruktionen an der diesjährigen Maschine eine Form und Leistung herausgeholt worden ist, die bestimmt unübertrefflich dastehen dürfte.
Mit Rücksicht darauf, daß ich durch diesen Kauf äußerst zufrieden gestellt worden bin, kann und werde ich nur Ihre Maschinen weiter empfehlen.
Mit vorzüglicher Hochachtung gez.: Alfred Müller.
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